Anwalt Schadenersatz: Was muss ich wissen?
Das Schadenersatzrecht in Österreich sieht vor, dass eine geschädigte Person Anspruch auf Ersatz ihres Schadens hat, wenn dieser vom Verursacher schuldhaft und rechtswidrig zugefügt wurde. Dazu muss zunächst erst einmal festgestellt werden, dass der Schädiger auch tatsächlich für den Schaden verantwortlich ist.
Ist er verantwortlich, muss er schuldhaft und rechtswidrig gehandelt haben – etwa weil er absolut geschützte Rechte, gesetzliche Verhaltensnormen oder vertragliche Pflichten verletzt hat. Ein solches rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten kann sowohl durch ein aktives Handeln als auch durch Unterlassen entstehen. Aber auch in diesen Fällen besteht ein Anspruch auf Schadenersatz nur dann, wenn es bei korrektem Verhalten nicht zu diesem Schaden gekommen wäre.
Neben der Verschuldenshaftung nennt das österreichische Recht die sogenannte Gefährdungshaftung. Diese kann ebenfalls einen Schadenersatzanspruch nach sich ziehen, ohne dass ein eigenes Verschulden des Schädigers vorliegen muss – nämlich, wenn dieser durch eine allgemein zulässige Tätigkeit eine gewisse Gefährdung herbeiführt. So ist z. B. das Halten eines Hundes zulässig und erlaubt, verursacht der Hund allerdings einen Schaden, muss der Hundehalter dafür haften.
Ob ein Schadenersatzanspruch besteht, kann ein Anwalt für Schadenersatz feststellen. Er kann auf Basis seines juristischen Wissens, der Rechtsprechung und aktueller Urteile prüfen, ob in Ihrem Fall eine Gefährdungs- oder Verschuldenshaftung vorliegt und ob diese eine Schadenersatzzahlung rechtfertigt.
Wie berechnet man den Schadenersatz?
Schadenersatz ist eine Wiedergutmachung, die häufig durch finanziellen Ausgleich stattfindet: Durch Geldleistungen oder Reparaturen können entstandene Beschädigungen und finanzielle Einbußen ausgeglichen werden. Dabei geht es in aller erster Linie um die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands (Naturalrestitution). Ist dies nicht mehr möglich oder möchte der Geschädigte dies nicht, wird Schadenersatz in Geld geleistet.
Möchten Sie Schadenersatz einfordern, ist zunächst die korrekte Höhe zu ermitteln. Diese berechnet sich u. a. anhand der Schwere der Verschuldung. Ist eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands (z. B. durch eine Reparatur) nicht möglich, können Sie den Schadenersatz in Form einer Geldleistung einfordern. Diese orientiert sich am gemeinen Wert, also dem Wiederbeschaffungswert, dem aktuellen Marktwert oder den Kosten für eine neue Herstellung der Sache.
Kommt es hingegen aufgrund einer schuldhaften und rechtswidrigen Handlung zu immateriellen Schäden an einer Person, erhält diese Schmerzengeld für den erlittenen Schaden. Um dessen Höhe zu berechnen, werden sogenannte Tagessätze herangezogen. Diese bemessen sich an der Schwere der entstandenen Schäden bzw. der Schmerzen und deren Dauer.
Wie viel Schadenersatz bzw. Schmerzengeld aufgrund körperlicher oder psychischer Schäden möglich ist, kann ein Anwalt für Schadenersatz ermitteln.
Wie fordert man Schadenersatz?
Um Kosten zu sparen, können Sie zunächst versuchen, Ihre Schadenersatzforderung in einer außergerichtlichen Verhandlung mit der Gegenseite durchzusetzen. Schicken Sie die Forderung dazu schriftlich an den Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung. Um Ihren Anspruch zu belegen, können Sie das Schadensereignis und den entstandenen Schaden ausführlich beschreiben und anhand von beigefügten Fotos, Zeugen- und Polizeiberichten oder Sachverständigengutachten dokumentieren.
Sie können versuchen, den außergerichtlichen Vergleich mit der Gegenseite ohne Anwalt anzustreben. Da allerdings gegnerische Versicherungen häufig versuchen, Schadenersatzansprüche mithilfe anwaltlicher Unterstützung abzuwehren, kann es ratsam sein, nicht auf die Hilfe eines Rechtsanwalts für Schadenersatz zu verzichten.
Lässt sich keine Einigung mit der Gegenseite erreichen, können Sie den Schadenersatzgerichtlich mittels einer Schadenersatzklage geltend machen.
Brauche ich einen Rechtsanwalt für Schadenersatzrecht?
Sie können Schadenersatz grundsätzlich selbstständig vom Verursacher einfordern. Weigert sich dieser zu zahlen, kann die Unterstützung eines Anwalts für Schadenersatz sinnvoll sein. Er kann den Anspruch nachweisen und diesen gerichtlich mit einer Klage durchsetzen.
Möchten Sie die Entschädigung vor Gericht durchsetzen, benötigen Sie unter Umständen eine anwaltliche Vertretung. wenn der Streitwert (d. h. der geforderte Schadenersatz) 5.000 Euro übersteigt, müssen Sie sich in Österreich von einem Anwalt vertreten lassen.
Aber auch wenn der Streitwert geringer ausfällt und keine Anwaltspflicht besteht, kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, einen Rechtsanwalt kontaktieren: Das österreichische Schadenersatzrecht ist komplex und für den juristischen Laien kompliziert.
Insbesondere wenn es um den korrekten und stichhaltigen Nachweis der Ansprüche geht, kann es sinnvoll sein, die Argumentation und Beweisführung vor Gericht einem Anwalt für Schadenersatz zu überlassen. Dieser kann Sie nicht nur während des gesamten Prozesses begleiten, sondern bereits vorab prüfen, ob tatsächlich ein Anspruch besteht. Somit können Sie das Risiko eines unnötigen und womöglich teuren Rechtsstreits vermeiden.
Ihr Rechtsanwalt wird die Schadenersatzklage nur dann einreichen, wenn die Erfolgschancen gut stehen. Haben Sie dann vor Gericht Erfolg, muss die Gegenseite sämtliche Prozesskosten übernehmen – auch die Kosten Ihres Anwalts für Schadenersatzrecht.
Was tun bei ungerechtfertigten Schadenersatzansprüchen?
Auch bei ungerechtfertigten Schadenersatzforderungen kann Sie ein Rechtsanwalt für Schadenersatz unterstützen. Fordert jemand von Ihnen Schadenersatz, obwohl gar kein Anspruch besteht oder ist die angesetzte Summe viel zu hoch, kann Ihnen der Rechtsanwalt mit einer sorgfältigen Beweisführung helfen, die unzulässigen Ansprüche abzuwehren.
Dabei ist es erst einmal unerheblich, um welches Rechtsthema es sich handelt: Ob Unfall mit einem Pferd, Mangelfolgeschäden durch einen Produktionsausfall oder Rufschädigung – ein Rechtsanwalt für Schadenersatz kann Sie bei Ihrem Anliegen unterstützen.